Sonntag, 30. Dezember 2012

[Rezension] Die Stadt des roten Todes, Das Mädchen mit der Maske von Bethany Griffin

Titel: Die Stadt des roten Todes, Das Mädchen mit der Maske                   
Originaltitel: Masque of the Red Death
Autorin: Bethany Griffin
Verlag: Goldmann
Seiten: 344
Preis: 12,99€
Band 1 von 3
Wertung: ♥♥♥                                   
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 Eine junge Frau zwischen Licht und Schatten, zwischen Leben und Tod

Die Stadt ist von der Umwelt abgeschnitten, ganze Straßenzüge liegen in Ruinen. Der Regent feiert wilde Feste, während die Bevölkerung von einer schrecklichen Seuche dahingerafft wird. Nur eine kleine Oberschicht kann sich durch kostbare Masken vor der Krankheit schützen. So auch die junge Araby. Doch unter der Last einer großen Schuld sucht sie Vergessen in den Nachtclubs der Reichen. Dort begegnet ihr der faszinierende, verführerische William. Und Elliott, tollkühn, ein Revolutionär. Beide werben um Araby. Und sie muss sich entscheiden, ob sie sich dem Leben stellen und kämpfen will. Um ihre Liebe. Um Vergebung für ihre Schuld. Und um die Zukunft.

Das Cover gefällt mir wirklich gut. Sowohl das Englische als auch das Deutsche ist ein echter Hinkucker im Buchhandel. Bestimmt haben einige von euch schon erkannt woher das deutsche Cover gemopst wurde. Nämlich aus der englischen Version von "Von der Nacht verzaubert" von Amy Plum, bloß die Häuser im Hintergrund wurden verändert. Egal! Mir gefällt's trotzdem und es passt auch zum Inhalt super. Dieses finstere verfallene.
Ich bin hin und her gerissen wie mir das Buch nun gefallen hat und wie ich es bewerten soll. Zum einen war es ja schon spannend - nicht so sehr wie in "Dust Lands" oder "Die Bestimmung" - außer am Anfang wo noch vieles erklärt werden musste, über die Seuche und die Masken. Alles nur Stückchenweise, damit man noch viel spekulieren kann bis sich alles schlussendlich zusammenfügt. Das Buch drehte sich hauptsächlich um das Leben. Die Protagonistin Araby fühlt sich schuldig und dröhnt sich mit Drogen voll um all das Leid draußen und ihr eigenes (was das ist erfährt man häppchenweise in der Handlung) zu vergessen. Sie fragt sich immer was das Leben noch lebenswert macht in so einer grauenvollen Welt wie ihrer. Das ist verständlich und ich möchte auch nur ungern mit ihr Tauschen. Was ich mich aber das ganze Buch über gefragt habe, ist, in welchem Zeitalter hat das alles gespielt??? Dort wurden gerade die Dampfkutschen und Dampfschiffe erfunden, aber es gab Nachtclubs mit Stereoanlagen, harte Drogen und Araby hat violett gefärbte Haare. Das hat mich die ganze Zeit fertig gemacht. Wenn ich dachte ich wüsste endlich wann es spielt, kam etwas was diesen Verdacht eiskalt zunichte gemacht hat. Tja, das wird wohl auf ewig ein riesen Mysterium für mich sein.
Naja trotz dessen fand ich das Geschehen doch fesselnd. Ich hab mich immer wieder gefragt, wie es wohl weiter geht, wer als nächstes von der Seuche dahingerafft wird und ob es wer aus Araby Freundeskreis ist. Außerdem weiß man nie wer gut oder böse ist, und wie wer mit wem in Verbindung steht. Man kann einfach nur raten, bis es aufgelöst wird.

Araby ist wie schon erwähnt ein sehr nachdenklicher und trauriger Charakter. Sie liest Gedichte oder schaut Stundenlang aus den Fenster hinaus in die verseuchte Stadt. Sie möchte helfen und der Seuche ein Ende setzten weiß aber nicht wie. Diese Hilflosigkeit ist einer ihrer Grunde warum sie sich mit Drogen vollpumpt um all dem zu entkommen. Besonders hat mir aber an ihr gefallen dass sie nicht naiv und übereilig war. Ich fand sie hat sehr überlegt und erwachsen gehandelt.
Zwischen Elliott, Araby und Will entsteht wie im Klappentext steht eine Dreiecksbeziehung. Ich dachte schon dass diese Endlich verschwunden sind aber wenigstens ist es hier keine nervige und schlampige wie in "House of Night". Mir sind beide Anwärter für Arabys Herz schnell ans Herz gewachsen. Beide so unterschiedlich wie Tag und Nacht aber doch liebenswert. Will der geheimnisvolle und mysteriöse Junge aus den Nachtclubs mit den Tattoos (ich liebe Tattoos, deswegen ist er bei mir gleich am Anfang gestiegen) zu dem Araby sich hingezogen fühlt. Und Elliott der sarkastische Charmör mit dem weichen Kern, der in Arabys Leben platzt und alles verdreht. Aber Bei mir war es immer so: Wenn Araby bei Will war, war ich für Team Will und konnte Elliott nicht ausstehen. War sie aber bei Elliott, war ich für ihn - Will mochte ich aber trotzdem.
Es gab aber auch noch viele andere erwähnenswerte Charaktere. Zum Beispiel Araby's einzige Freundin April. Von der wurde nicht viel Preisgegeben, weil sie einen ganzen Teil im Buch nicht auftauchte. Aber ich würde im 2. Teil sehr, sehr gerne mehr über sie Erfahren. Genauso wie über Arabys Eltern, von denen ich besonders das Gefühl habe das sie voller Geheimnisse sind die es noch aufzudecken gilt.
Das Buch ist wieder eine apokalyptische Dystopie, aber eine die sich aufgrund ihrer sehr, sehr, sehr deprimierenden, hoffnungslosen und fesselnden Art von anderen abhebt. Es wurde aus Arabys Sicht geschrieben. Ihre Gefühlsregungen und Gedanken waren für mich sehr authentisch und leicht nachzuvollziehen. Die Entwicklungen der Protagonisten war auch nicht zu überstürzt sondern gingen langsam aber spürbar vor sich.
"Die Stadt des roten Todes" ist ein sehr bewegendes und tiefgründiges Buch aber mit einer bedrückenden und melancholischen Stimmung. Wer super gelaunt ist und das Buch liest, dem kann ich versprechen dem wird diese Stimmung spätestens nach 5 Kapiteln vergehen, weil man so gut mit der Protagonistin leiden kann da ihre Gefühle und Gedanken echt und glaubwürdig rüber kommen. Der Plot ist nicht gerade der Spannendste dafür aber der trostloseste. Mir hat es gut gefallen und das lesen lohnt sich!
3,5 Punkte

  

Die Novelle "Glitter & Doom" erscheint am 26. Februar 2013

Kommentare:

  1. Das Buch klingt ja gar nicht so schlecht! Besonders die Idee mit der Seuche gefällt mir ;) Ich hab zwar so trostlose Geschichten und Leute, die sich zudröhnen zwar nicht so gerne, aber warum hast du denn "nur" 3,5 Punkte vergeben? Eigentlich hast du kaum negatives aufgezählt, oder? :) Vielleicht bewerte ich auch einfach zu nett, das muss ich mal ändern.

    Anyway, supi Rezi!

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    1. Das kann ich dir leider auch nicht beantworten :D
      Ja stimmt schon. Vielleicht hätte das Buch 4 Herzen verdien, es war ja schon schön ... Ach ich weiß es auch nicht :D

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Haaaallöchen!
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Liebe Grüße
Jessi